Über die HALLESCHE NACHT DER KIRCHEN

Halle bei Nacht

Unter dem Motto „Streitkultur - Wege zum Miteinander“ findet am Samstag, d. 19. August 2023 die HALLESCHE NACHT DER KIRCHEN (NDK) statt. 50 Gemeinden und Einrichtungen öffnen am dritten Augustwochenende ihre Türen und laden ein zur 23. Auflage des größten ökumenischen Sommerfest Mitteldeutschlands. Erstmals dabei sind die Teutschenthaler St. Viti-Kirche sowie die beiden Dorfkirchen in Domnitz und Dornitz.

Auf einen ersten flüchtigen Blick stehen sich Streit und Zusammenhalt unversöhnlich gegenüber. Aber ist dem wirklich so? Streit, der dem anderen respektvoll und kultiviert gegenübertritt, kann das Miteinander positiv beeinflussen – ja sogar stärken. Die oder den anderen aufmerksam zuzuhören und das Eigene dazuzulegen, all dies ist unerlässlich in einem demokratischen Meinungsbildungsprozess. Im Ringen um das Beste braucht es die Vielfalt der Blickwinkel. Am Ende steht nicht immer der Konsens und trotzdem gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Verschiedene Positionen können sich gegenüberstehen und sind gleichwohl Bestandteil des großen Ganzen. So auch in der Vielfalt unserer christlichen Glaubensgemeinschaften und Frömmigkeiten.

Spiegelbild dessen ist auch in diesem Jahr wieder das Programmangebot der HALLESCHEN NACHT DER KIRCHEN. Klassik trifft auf Moderne. Geistliche Angebote treffen auf weltliche Sachthemen. Kreative Mitmachaktionen treffen auf Bildbetrachtungen. Quirlige Kirchenerkundungen treffen auf Räume zur stillen Einkehr. Und musikalisch reicht die Bandbreite von Impro und Jazz über Country, Folk und Blues bis hin zu Orgelkonzerten und kleinen Orchesterwerken. Ob architektonisch, spirituell oder programmatisch: Kaum ein Veranstaltungsformat des städtischen Themenjahres bietet solch eine Vielfalt.

Seit 23 Jahren wird die NDK mehrheitlich vom ehrenamtlichen Engagement der Gemeinden getragen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei. Beginn ist um 19 Uhr mit einem feierlichen Startgeläut unter Beteiligung von Bürgermeister Egbert Geier.
 

Alle Veranstaltungen

Hintergrund

Die HALLESCHE NACHT DER KIRCHEN hat ihren Ursprung in den ersten städtischen Themenjahren „Halle an der Saale: Antworten aus der Provinz 2000-2010". Von Beginn an verantwortete die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Halle die Kirchennacht. Mit alljährlich mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern ist die NDK nicht nur das älteste, sondern auch das größte ökumenische Sommerfest Mitteldeutschlands.

Grußwort von Bürgermeister Egbert Geier

Liebe Leserinnen und Leser,

man bezeichnet sie auch als das „älteste ökumenische Sommerfest“: Seit bald einem Vierteljahrhundert ist die „HALLESCHE NACHT DER KIRCHEN“ eine feste Größe im städtischen Veranstaltungskalender: ein Hochamt für (religiös) Interessierte und Sinnsuchende, ein Tummelplatz für Neugierige wie auch Nachtschwärmer.

Angelehnt ans aktuelle kulturelle Themenjahr lautet das Motto in diesem Jahr „Streitkultur – Wege zum Miteinander“. Man darf gespannt sein, wie die Ambivalenz gerade im kirchlichen Zusammenhang aufgenommen wird: Die Versöhnung von Gott und den Menschen gehört zu den Leitkategorien der christlichen Theologie, einerseits. Andererseits sind es an vielen Orten der Welt gerade die Religionen, die sich völlig unversöhnlich gegenüberstehen.

Die Kirchennacht ist alljährlich nicht nur eine Einladung, unsere religiösen Wurzeln zu erkunden. Sie ist vor allem auch ein Aufruf zur Toleranz, zum respektvollen Dialog und zur Wertschätzung der Unterschiede, die uns als Menschen ausmachen. In einer Zeit, in der die Welt von vielen Herausforderungen geprägt ist, ist es wichtiger denn je, Brücken zu bauen und Gemeinschaft
zu stiften.

So sehr die Kirchennacht Gelegenheiten bietet, um den Horizont zu erweitern, neue Perspektiven kennenzulernen und interreligiöse Diskussionen zu führen, so sehr wird sie von den vielen tausend Gästen aber auch als Angebot angenommen, um innezuhalten, sich musikalisch verzaubern zu lassen und spirituelle Atmosphäre zu erleben.

In diesem Sinne: Lassen Sie sich inspirieren, anregen, bereichern.

Ihr
Egbert Geier
Bürgermeister der Stadt Halle (Saale)

Grußwort von Superintendent Hans-Jürgen Kant

Liebe Gäste unserer Kirchennacht,

Streiten ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Lieber gehe ich einem Streit aus dem Weg. Dabei gehören Streit und Auseinandersetzungen zum Leben dazu. Tief in mir weiß ich das ja. Der Streit um das, was richtig ist, und darüber, wie
man angemessen handelt, macht mich lebendig. Er bringt mich in Bewegung und Schwung, wo ich mich vorher noch bequem in meine Meinungen eingerichtet habe.

Streit erwächst oft aus Emotionen. Gerade deshalb brauchen wir für die Auseinandersetzung eine Kultur des Streitens: Ich muss mein Gegenüber ernst nehmen. Ich muss versuchen, die Einstellung des anderen kennenzulernen und zu verstehen. Wir setzen uns hin. Wir reden über das, was uns auseinanderbringt. Vielleicht nach bestimmten Regeln und wir kommen uns dabei näher, selbst wenn wir am Ende keine gemeinsame Position finden.

Unsere Kirchengebäude haben in ihrer langen Geschichte viele Funktionen wahrgenommen: Zuallererst waren und sind sie Orte des Gebetes, Orte an denen Menschen Gottes Nähe feiern mit Musik und Wort, in Ritualen und Zeichen. Kirchen bieten aber auch den Raum, um Meinungen zu versammeln, gegeneinander abzuwägen, miteinander zu streiten um Wege, die uns als Gesellschaft in die Zukunft führen.

Ich freue mich auf die Kirchennacht. Darauf, dass Sie zu uns in unsere Kirchen kommen und sich auf dieses unbequeme und doch so wichtige Thema einlassen.

Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen sage ich Ihnen:

Herzlich willkommen!

Ihr
Hans-Jürgen Kant,
Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalkreis

Förderer

Die Mobile-First-Webseite www.kirchennacht-halle.de wurde gefördert durch:

  • Evangelische Kirche in Deutschland
  • Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
  • Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis